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Foto: BMLFUW

Strukturwandel in der österreichischen Biolandwirtschaft

Die österreichische Biolandwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren in ihrer Struktur stark verändert.

 
Mit Beginn der 1990-er Jahre hob der Biolandbau in Österreich förmlich ab. Staatliche Förderungen und die Entwicklung von Richtlinien führten den Biolandbau von einem Nischendasein zu einen ernstzunehmenden Segment der Lebensmittelproduktion. Mittlerweile machen die Biobetriebe 11,6 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe aus, und sie bewirtschaften rund 14,3 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche (ohne Almen und Bergmähder).
 
Ging die rasante Entwicklung des österreichischen Biolandbaus in den Anfangsjahren vor allem von der Grünlandwirtschaft in Westösterreich aus, sorgte ab 2001 ein Bioboom in den Ackerbaugebieten für eine Verschiebung hin zum Ackerland.
 
Anteilsverschiebung vom Grünland zum Acker
Im Jahr 2006 entfielen von der biologisch bewirtschafteten Fläche (ohne Almfläche) knapp 60 Prozent auf das Grünland, auf das Ackerland 40 Prozent und je rund 0,5 Prozent auf Obstbau und Weingärten. Der Anteil des Ackerlandes nahm dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu. Der Grund: In jüngster Zeit stellten überwiegend Betriebe mit einem hohen Ackerflächenanteil auf Bio um, während die Grünlandflächen zurückgingen.
 
Grünland: Zwischentief nach fulminantem Start
Die rasante Entwicklung des Biolandbaus vollzog sich bis zum Jahr 2000 eher im Westen Österreichs und im Grünlandbereich. Dies ist insofern verständlich, als die Grünlandwirtschaft hier traditionell sehr extensiv ausgerichtet ist. Daher war die Umstellung auf biologische Bewirtschaftungsweise für diese Bereiche wesentlich leichter möglich, als für die intensiv bewirtschafteten Ackerlandbetriebe.
 
Zwischen den Jahren 1999 und 2001 nahm die Zahl der Biobetriebe jedoch zwischenzeitlich wieder ab. Dieser Rückgang ist vor allem auf die negativen Entwicklungen im Berggebiet, speziell in Tirol, zurückzuführen. Einige Biobauern nutzten das Auslaufen der ersten ÖPUL-Förderungsperiode, um aus dem Biolandbau auszusteigen. Gründe dafür waren unter anderem kaum höhere Preise für Bioprodukte und mangelnde biospezifische Vermarktung. In der Folge sank die biologische Grünlandfläche vom Höchstwert des Jahres 1999 (knapp 217.000 Hektar) auf unter 200.000 Hektar im Jahr 2001. In der Zwischenzeit ist die Zahl der Biobetriebe mit Grünland wieder gestiegen, das Niveau von Ende der 1990-er Jahre wurde aber noch nicht wieder erreicht. Im Jahr 2006 wurden in Österreich rund 215.000 Hektar Grünland biologisch bewirtschaftet.
 
Zunahme bei Ackerland
In Gegensatz dazu gab es in den Ackerbaugebieten in den vergangenen Jahren einen wahren Bioboom, speziell in Ostösterreich. In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Bioackerfläche in Österreich mehr als verdoppelt (2000: 67.960 Hektar, 2006: 142.964 Hektar). Die Bioackerflächen nahmen vor allem im Burgenland, in Ober- und Niederösterreich stark zu, da dort vorzugsweise große Ackerbaubetriebe ihre Bewirtschaftungsweise umstellten.


 
Veränderung der österreichischen Biobetriebe 1998-2003
Foto: BABF
 
Quelle: Bundesanstalt für Bergbauernfragen 


Grüner Bericht 2007, Tabelle 3.1.15: Struktur der Biobetriebe 2006

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14.09.2007, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit