Kann denn Karpfen bio sein?
Für viele ist es vielleicht überraschend, aber Karpfen kann tatsächlich „bio“ sein. Bio boomt nicht nur im Acker- und Grünlandbereich, sondern auch immer mehr heimische Teichwirte nutzen ihre Teiche nach Bio-Richtlinien.
Worin unterscheidet sich ein „Bio-Karpfen“ von einem herkömmlichen Karpfen?
Bio-Karpfen werden nach den Richtlinien anerkannter österreichischer Bio-Verbände sowie nach Kriterien des Österreichischen Lebensmittelcodex Bio produziert. Die Richtlinien der ARGE biofisch enthalten auch eine Verpflichtung zum Erhalt und zum Schutz wertvoller Ökoflächen an den Teichen. Die Erhaltung der Vielfalt des Lebensraumes Teich dient aber nicht nur dem Umweltschutz, sondern ist die Basis für eine ausreichende Futtergrundlage, denn es darf höchstens die Hälfte des benötigten Futters zugefüttert werden. Als Zusatzfutter darf ausschließlich Biogetreide zum Einsatz kommen.
Hervorragende Wasserqualität, erzielt durch Besatzobergrenzen, die nur geringe Zufütterung und den Verzicht auf Düngung, ist Garant dafür, dass der unbeliebte Teichgeschmack beim Karpfen, auch moseln oder letteln genannt, beim Bio-Karpfen kein Thema ist. Im Gegensatz zu seinem Ruf ist das Fleisch vom Bio-Karpfen auch nicht sehr fett, vor allem die wertvollen hoch ungesättigten Fettsäuren sind im Fisch stark vertreten.
Auszug aus den Bio-Richtlinien für die Karpfen-Teichwirtschaft
- Kein Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz für die Pflanzenpflege
- Fische und Futter sind garantiert gentechnikfrei
Kein Hormoneinsatz zur Laichstimulierung - Geringe Besatzdichte, jeder Karpfen hat 20 m² Auslauf
- Als Zufutter wird nur Biogetreide eingesetzt
Das Einhalten der Richtlinien prüft eine unabhängige Kontrollstelle - Fremdfische (Exoten) dürfen nicht in den Teich gelangen
- Ausgewogenheit und natürliche Vielfalt der Fischpopulation wird angestrebt
- Wertvolle Ökoflächen an den Teichen sind zu erhalten
- Schilfgürtel und andere Wasserpflanzen sind zwingend
Österreichische Bio-Teichwirte Österreichs haben sich zur ARGE biofisch mit Sitz im oberen Waldviertel zusammengeschlossen, um die biologische Teichwirtschaft zu fördern und weiter zu entwickeln. Langfristiges Ziel des Projektes biofisch ist der Aufbau einer abgerundeten Biofisch-Angebotspalette. Richtlinien zur „Bio-Forelle“ sind bereits vorhanden, und die ersten Betriebe haben schon auf diese zukunftsträchtige Bewirtschaftungsform umgestellt.
Mehr Informationen unter www.biofisch.at oder per Email (office@biofisch.at).
Fischrezept:
>> Forellenfilet mit Portulak, Ruccola und Grießschnitten
21.07.2010, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


