Der Biomarkt in Europa – zwischen Wachstum und Konsolidierung
Der europäische Markt für Biolebensmittel entwickelt sich weiterhin positiv, aber in den einzelnen Ländern mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Insgesamt werden in Europa pro Jahr Biolebensmittel im Wert von rund 11 Milliarden Euro verkauft.
In Österreich, Deutschland, der Schweiz oder Dänemark wachsen die Märkte für Biolebensmittel aufgrund einer gewissen Sättigung nur mehr mit 3-5 % pro Jahr. Hier wurde bereits eine hohe Marktdurchdringung erreicht, unter anderem durch die Ausweitung der Bioproduktpalette bei den großen Lebensmittelketten. Dadurch stand den regelmäßigen Bio-Käufern ein größeres Angebot zur Verfügung, zusätzlich stieg die Zahl derjeniger, die nur gelegentlich zu Biolebensmitteln greifen.
Anders die Situation in einigen südeuropäischen (Spanien, Griechenland) und osteuropäischen Ländern (zB. Tschechien, Ungarn): Hier starteten die Biomärkte erst vor kurzem von niedrigem Niveau aus, die jährlichen Wachstumsraten liegen aber zwischen 15 und 30 %. Mit 10 % Zuwachs pro Jahr entwickelt sich auch in Großbritannien der Biomarkt recht vielversprechend.
Über den größten nationalen Biomarkt verfügt Deutschland. Im Jahr 2003 wurden hier Biolebensmittel im Wert von knapp 3,1 Mrd. Euro verkauft (FiBL 2005), das entspricht beinahe einem Drittel des gesamten europäischen Marktvolumens. Bio im Wert von über 1 Mrd. Euro ging in Frankreich, Großbritannien und Italien über die Ladentische. Insgesamt werden in Europa pro Jahr Biolebensmittel im Wert von rund 11 Milliarden Euro verkauft.
Deutliche Unterschiede zwischen den europäischen Ländern gibt es auch bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Biolebensmittel. Die Schweiz ist hier eindeutig Spitzenreiter: Mit rund 100 Euro gaben die Schweizer im Jahr 2003 pro Kopf rund doppelt so viel für biologische Lebensmittel aus als die dahinter folgenden Dänen und Schweden (FiBL 2005).
Herausforderungen für die kommenden Jahre
In den wachsenden Märkten Süd- und Osteuropas bestehen die größten Herausforderungen in der Vergrößerung des Angebots, der Ausweitung der Bioproduktpalette und dem Ausbau der Vermarktungskanäle, um den KonsumentInnen den Zugang zu Biolebensmitteln zu erleichtern. In Deutschland, der Schweiz, Österreich und Skandinavien hingegen liegen sie in der Kundenbindung und in der Akzeptanz des höheren Preises für Biolebensmittel. Das soll mittels verbesserter Produktqualität, Präsentation und produktspezifischer Vermarktung erreicht werden. Ein gewisses Problem stellt künftig auch die Abgrenzung zu konventionell erzeugten Lebensmitteln dar, die zunehmend ebenfalls als Premiumprodukte auf dem Markt positioniert und beworben werden.
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FIBL_2005_organic-farming-europe.pdf (PDF 146,12 kB )
29.12.2005, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit

