Österreichischer Biomarkt braucht mehr Biobetriebe
Der Bioboom im heimischen Lebensmittelhandel stellt die 20.160 österreichischen BiobäuerInnen vor große Herausforderungen: Sie können die Nachfrage kaum mehr decken. Besonders bei biologischem Obst und Gemüse muss der Handel auf Importware zurückgreifen.
Bio feiert auf dem österreichischen Lebensmittelmarkt große Erfolge. Im Jahr 2006 lag der Umsatz laut BIO AUSTRIA bei rund 590 Millionen EURO. Im Lebensmittelhandel beträgt der Bio-Anteil bereits knapp 6 Prozent. Die starke Nachfrage lässt die heimischen BiobäuerInnen aber an die Grenzen ihrer Produktionskapazitäten stoßen. Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt kontinuierlich, in einigen Bereichen - etwa bei Schweinefleisch, Obst und Gemüse - hinkt man mit der Produktion hinterher.
10.000 zusätzliche Betriebe notwendig
Laut Grünem Bericht ist im Jahr 2006 die heimische Bio-Fläche zwar um 1.118 ha auf rund 361.487 ha gestiegen, gleichzeitig ist aber die Zahl der Bio-Betriebe (zum Teil durch den Strukturwandel) um 118 gesunken. Langfristig sind aus Sicht von Rudi Vierbauch, Obmann der Biobauern-Dachorganisation BIO AUSTRIA, etwa 10.000 zusätzliche Betriebe notwendig, um vor allem den großen Vermarktern Liefersicherheit und insgesamt eine möglichst hohe Inlandsversorgung garantieren zu können.
Knappheit bei heimischem Bio-Obst und -gemüse
Besonders gering ist laut BIO AUSTRIA die Verfügbarkeit bei Bio-Obst und Bio-Gemüse: Nur jeder zweite Bio-Apfel ist auch hierzulande herangereift. Mit unter 50% ist der Selbstversorgungsgrad bei biologischem Obst wie Äpfel, Birnen, Pfirsichen, Zwetschken und Kirschen besonders niedrig.
Ebenso gab es bei biologischem Gemüse Engpässe, die nur mit Importen ausgeglichen werden konnten. Die ständig steigende Konsumentennachfrage und das begrenzte, österreichische Bio-Angebot erfordert von den Supermarktketten längst eine internationale Einkaufspolitik.. Das Zurückgreifen auf Importware gilt jedoch beim Handel nicht als eine zufriedenstellende Lösung, denn die Konsumenten wünschen sich vorwiegend Bio-Qualität aus Österreich. Die regionale Herkunft ist bei Biolebensmitteln ein wichtiges Kaufkriterium.
Engpässe bei Fleisch, Bewegung auf dem Milchmarkt
Fleisch und Milch galten lange als Sorgenkinder des Biomarktes. Das hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert. Österreichisches Bio-Schweinefleisch steht hoch im Kurs. Durch die steigende Nachfrage wird es zunehmend schwieriger, die über Jahre aufgebauten Marktpartner mit heimischen Bio-Schweinefleisch zu versorgen. Selbst auf dem lange Zeit überschüssigen Biomilch-Markt zeichnet sich eine Entspannung ab. Der Bedarf ist mittlerweile größer als das Angebot.
Link:
>> www.bio-austria.at
30.11.2007, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


