Das gesunde Schulbuffet. gesund. biologisch. up to date.
Die richtige Jause macht Schüler leistungsfähiger. Wer in der Schule konzentriert arbeiten will und Leistungen erbringen soll, braucht eine gute und bedarfsgerechte Ernährung. Der neue Praxisleitfaden „Das gute Schulbuffet“ hilft bei der Umsetzung in der Praxis.
Wenn die Schulglocke die Pause einläutet, dann geht es bunt zu in den Klassenzimmern: Wurstsemmeln, Müsliriegel, Äpfel, Fruchtsäfte, Vollkornbrote, Milch und Pizzastangerln. So unterschiedlich Geschmäcker sind, so verschieden sind auch die Essgewohnheiten der Schüler. Jedoch sollten Eltern die Zusammenstellung der Schuljause nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Essen entscheidend für Leistungsfähigkeit
Das Gehirn benötigt 20 Prozent des täglichen Energiebedarfes und ist auf optimale und kontinuierliche Nährstoffzufuhr angewiesen. Ein knurrender Magen kann grantig machen, zu viel Süßes oder Fettes zappelig oder müde. Der Verzicht auf Frühstück und Jause bewirkt, dass das Kurzzeitgedächtnis langsamer arbeitet und Fehler macht. Auch Seh-, Sprach- und Rechentests fallen bei Frühstücksverweigerern schlechter aus.
Ungesundes Standardprogramm: ExperInnen schlagen Alarm
SchülerInnen nehmen heute bis zu drei Mahlzeiten täglich in der Schule ein. Wurstsemmeln, Limonaden und Süßigkeiten sind dabei oft das Standardprogramm. Das hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit, sondern beeinträchtigt auch die Gesundheit. Noch nie gab so viele ernährungsbedingte Krankheiten schon bei SchülerInnen. Jedes zehnte Kind zwischen drei und zehn Jahren ist laut dem Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien übergewichtig, jedes zweite davon sogar schwer übergewichtig. Seriöse Prognosen gehen davon aus, dass dieser Anteil in den nächsten Jahren noch deutlich steigen wird.
Leitfaden „Das gute Schulbuffet“ hilft bei praktischer Umsetzung
Die Schule kann viel dazu beitragen, die Ernährungssituation der Jugendlichen zu verbessern. Die Umsetzung in der Praxis lässt aber zu wünschen übrig. Was die Sache noch verschlimmert: Gegessen wird, was als „cool" gilt, und nicht, was gesund ist. Für die Schule heißt das, dass es zu kurz greift, Ernährung nur im Rahmen des Unterrichts oder von Projekten zu behandeln. Was gelernt wird, muss auch im Alltag erlebbar sein, zum Beispiel bei der tagtäglichen Versorgung in der Schule – am Schulbuffet. Der Praxisleitfaden „Das gute Schulbuffet“ von gutessen consulting, der in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung und mit Unterstützung des Lebensministeriums erstellt wurde, hilft dabei. In sieben Schritten leitet er engagierte Eltern, LehrerInnen, Schulträger und BuffetbetreiberInnen zum guten Schulbuffet.
Was ist ein „gutes Schulbuffet"?
Das „gute Schulbuffet“ lässt sich mit drei Schlagworten beschreiben: Gesund, biologisch und up to date. Brote und Weckerln, dazu Aufstriche, Käse-Vollkornsnacks, Snacks z.B. Dinkel-Sesamcrakers, Vollkorn-Pizza, innovative Gemüse-Burger, Käse und Schinken mit nicht zu viel Fettgehalt gehören dazu. Ganz wichtig sind Milchprodukte und frisches Bio-Obst. Auch Süßes als “Brainfood" ist erlaubt - wie Nüsse oder Trockenobst: die bieten wunderbaren „Mehrwert" fürs Gehirn", weiß etwa Ernährungsexpertin Rosemarie Zehetgruber von „gutessen consulting". Dazu sollte den Kindern am besten Wasser oder direkt gepresste und verdünnte Säfte ausreichend zur Verfügung stehen.
Ein gesundes Schulbuffet ist eine pädagogische Herausforderung, die nur erfolgreich sein kann, wenn alle mitwirken: LehrerInnen, Direktion, Buffetbetreiber und natürlich die SchülerInnen. „Die gute Schuljause muss schmecken, verfügbar und leistbar sein. Und das ist machbar!" meint die Projektmanagerin Karin Kaiblinger von gutessen consulting. Peter Iwaniewicz, zuständig für nachhaltige Entwicklung im BMLFUW, zeigt zusätzliche positive Aspekte auf: „Eine Ökologisierung der Schulverpflegung eröffnet regionalen Bio-ProduzentInnen neue Wirtschaftsfelder, spart Transportkilometer und lässt die Wertschöpfung in der Region."
Bezugsquellen
Der Praxisleitfaden „Das gute Schulbuffet – von der Idee zur Umsetzung ist als kostenloser Download unter www.gutessen.at oder in der Printversion unter ursula.neulinger@lebensministerium.at erhältlich.
15.01.2010, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


