EU: Biobauern fordern mehr Beachtung im Rahmen der GAP
Die Biobauern in der Europäischen Union fordern in Zeiten des Klimawandels eine verstärkte Beachtung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die EU-Kommission möchte hingegen das Wachstum des Biosektors dem Markt überlassen und lehnt eine verstärkte Förderung ab.
EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel ist der Ansicht, genug für die Bioerzeugung in der EU zu tun. Sie zeigte sich Anfang Dezember in Brüssel auf dem "European Organic Congress" der internationalen Bioerzeugerorganisation IFOAM erfreut über ein sprunghaftes Wachstum vor allem im Süden und Osten der EU. Fischer Boel betonte, dass der energiesparende Biolandbau ein Teil der Antwort auf das Klimaproblem sei. Ein weiterer Zuwachs im Sektor müsse aber vor allem durch die Nachfrage auf dem Markt ermöglicht werden. Die Kommission lehnt somit zusätzliche Fördermittel ab.
IFOAM-Präsident Francis Blake sieht den Biosektor in der GAP hingegen im Hintertreffen gegenüber konventionellen Betrieben. Wer es mit einem Chemikalieneinsatz auf eine maximale Produktion abgesehen habe, sei auch in den Genuss der höchsten Ausgleichszahlungen gekommen, bemängelt Blake die Struktur der GAP. Er fordert deshalb einheitliche Flächenprämien und eine stärkere Unterstützung umweltfreundlicher Produktionsweisen im Rahmen der zweiten GAP-Säule, der Ländlichen Entwicklung. Um die Programme finanzieren zu können, spricht sich IFOAM für eine 20%ige Modulation der Direktzahlungen im Jahr 2013 aus. Die Kommission hatte in ihrem "Health Check"-Vorschlag nur 13% vorgeschlagen. Das sei ein Witz, nachdem die Kommission im Jahr 2002 bereits einmal 20% Modulation vorgeschlagen hatte, kritisiert Blake.
Blake fordert von der Kommission zudem einen Aktionsplan für den Biolandbau, in dem die energiesparende Produktionsweise gegenüber der konventionellen aufgewertet wird. Zum Beispiel könnte man in dem Aktionsplan Ziele für den Anteil der Bioproduktion festlegen, die 2020 bei 20% liegen sollten, meinte Blake beim Kongress. Agrarkommissarin Fischer Boel erteilte trotz aller Sympathie für den Ökolandbau der Forderung nach einem neuen Aktionsplan jedoch eine klare Absage. (BMLFUW/AIZ)
Link:
www.ifoam.org
02.01.2008, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


