Slow Food Produkte aus Österreich / Teil I
Crocus Austriacus, die Riesen von Aspern, Weingartenknoblauch, Weingartenpfirsich und der Vorarlberger Riebelmais haben eines gemeinsam: Sie alle wurden in die "Arche des Geschmacks" gewählt. Damit zählen sie zum "Weltkulturerbe" des Essens.
Crocus Austriacus - Safran aus ÖsterreichSafrananbau ist im niederösterreichischen Raum schon seit der Zeit um 1200 belegt und war noch bis Ende des 19. Jhdt. verbreitet. Der Safran aus Niederösterreich wurde lange Zeit aufgrund seiner hervorragenden Qualität und Reinheit in der botanischen und pharmazeutischen Literatur unter dem Namen Crocus Austriacus als der beste in Europa erhältliche Safran genannt. Niederösterreichischer Safran wurde in damaligen Schriften zu den „berühmten Specialitäten des Kronlandes gezählt.“
Die an diese Tradition anknüpfenden intensiven Feldversuche der letzten Jahre zeigen Früchte: das Aroma der geernteten Safrankrokusfäden ist einzigartig. In Kooperation mit dem Demeter- Betrieb Nikolaihof/Wachau liegt der Schwerpunkt in der Entwicklung von mit Safran veredelten regionalen Produkten.
Linktipp www.crocus-austriacus.at
Die Riesen von Aspern
Obwohl Radieschen früher für Wien typisch waren, sind großknollige Sorten heute im professionellen Anbau selten. Nur eine Sorte wird noch kultiviert: die Riesen von Aspern. Trotz Knollendurchmesser von bis zu 6,0 cm bleibt das weiße Fleisch butterzart. Der Geschmack punktet durch Saftigkeit sowie dezente Schärfe. Die Riesen von Aspern wachsen sehr schnell und eignen sich daher als Zwischenkultur und für den frühen Freilandanbau.
Übrigens werden sie aus den von den Gärtnern selbst vermehrten und geernteten Samen gezogen - im Erwerbsanbau heute eine wirkliche Seltenheit. Die Riesen von Aspern sind nur vier bis fünf Wochen im Jahr am Markt erhältlich und für Gemüseliebhaber eine echte Wiener Spezialität. Als besondere Sorte wird sei in der österreichischen Liste für Seltene landwirtschaftliche Kulturpflanzen geführt.
Linktipp www.lgv.at
Weingartenknoblauch
In den Weinbergen Ost-Österreichs, vorzugsweise auf Löss, herrschen für den Knoblauchanbau hervorragende Bedingungen. Dies machen sich Weinbauern seit Generationen zu nutze. Sie „stupfen“ den typischen Weingartenknoblauch im Spätsommer zu den Weinstöcken und ernten im darauf folgenden Juni. Beim Weingartenknoblauch handelt es sich um einen alten Schlangenknoblauch mit gewundenem Schaft. Die Zehen sind mit einer blau-violetten Schale umgeben. Den Brutzwiebeln („Samen“) kommt eine hohe Bedeutung zu, denn sie werden für die Vermehrung verwendet.
Sein Geschmack ist – wie der Wein selbst – vom Boden abhängig, meist scharf und intensiv. Der Knoblauch pflanzt sich übrigens in einem Weingarten auch ohne das Zutun des Menschen fort, sofern man ihm etwas Platz lässt.
Weingartenpfirsich
Weingartenpfirsiche werden traditionell in Weingärten gepflanzt, da dem Pfirsich die trockenen, warmen Böden zusagen und die Früchte zur Zeit der Weinlese reifen. Der Weingartenpfirsich wird über den Samen (Pfirsichkern) und nicht durch Veredelung vermehrt. Dadurch entstand eine große genetische Vielfalt von Pfirsichen. Die Früchte variieren demnach in ihren Eigenschaften, haben aber eine relativ späte Reifezeit. Die Farbe der eher kleinen Früchte ist grünlich, manchmal mit einem intensiven Rot. Das Fruchtfleisch ist hell bis weiß und hat einen intensiven, aromatischen, leicht bitteren Geschmack. Der Weingartenpfirsich ist nicht nur eine exzellente Erfrischung während der Arbeit im Weingarten, sondern bietet auch ein attraktives Aroma für die Herstellung von Marmeladen und Säften.
Vorarlberger Riebelmais
Seit 350 Jahren wird der Vorarlberger Riebelmais, ein weißer Hartmais, traditionell angebaut und weitergezüchtet - speziell in den Talschaften. Diese Landsorte diente fast ausschließlich der Eigenversorgung (Zubereitung von Riebel-Maismus). Es existieren noch etwa 25 traditionelle kleine Anbauer in Vorarlberg. Saatgut wurde in einem Projekt gesichtet und genetisch auf Verwandtschaft untersucht. Nun soll der Anbau wieder ausgeweitet und der Riebelmais als regionales Produkt im Handel wieder platziert werden.
Linktipp www.riebelmais.at
22.04.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit






