Anis
Anis (Pimpinella anisum) gehört wie Dill und Kümmel zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Anis ist eigentlich ein Kraut und wird etwa einen halben Meter groß.
Die ursprüngliche Heimat der Anispflanze vermutet man im Orient, doch auch in den Mittelmeerländern ist Anis seit alters her als Gewürz- und Heilpflanze bekannt. Heute wird Anis insbesondere in Spanien und Italien für den Gewürzmarkt in großem Umfang angebaut. Aber auch in Südfrankreich, Deutschland, der Türkei, Russland, Indien und sogar Mittel- und Südamerika wird Anis kultiviert. Anis ist relativ anspruchslos und lässt sich auch im eigenen Kräutergarten für die heimische Küche anbauen. Die Erwähnung von Anis in ägyptischen Papyrusrollen um 1500 v. Chr. zeugen davon, dass Anis bereits im antiken Ägypten und Syrien als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt wurde. Zur Zeit als Gewürze wertvolles Handelsgut waren, kam es vor, dass einige hochgiftige, in ihrem Äußeren dem Anis sehr ähnliche Früchte des Schierlings zur Streckung beigemengt wurden. Nicht selten ereilte den einen oder anderen dann nach dem Genuss eines Aniskekses ein sokratisches Schicksal.Verwendung in der Küche
Wir verwenden in der Küche die reifen Früchte der Doldenblüten (fälschlicherweise oft als Anissamen bezeichnet). Üblicherweise wird Anis in der mitteleuropäischen Küche ganz zum Kochen und Backen verwendet (weniger in gemahlener Form). Anisöl wird für die Herstellung von Likören und Schnäpsen (z.B. Ouzo, Pastis, Absinth) verwendet, entfaltet aber auch wohltuende Wirkung, wenn es mit Wasser vermengt in Duftlampen zum Einsatz kommt. Sternanis ist übrigens etwas anderes als Anis, lediglich der Geschmack stimmt weitgehend überein und zeichnet für die Namensverwandtschaft verantwortlich. Sternanis sind die getrockneten sternförmigen Früchte einer Gewürzpflanze, die zu den Magnoliengewächsen zählt und in Südchina beheimatet ist. Anis hat ein angenehm süßes Duftaroma, schmeckt aber unvermutet würzig-frisch und erinnert unweigerlich an weihnachtliche Bäckereien und Süßspeisen. Anis ist das klassische Gewürz für Backwaren aller Art. Auch zur Verfeinerung von Süßspeisen und eingelegtem Obst kann es verwendet werden. Immer häufiger findet sich Anis neben Kümmel auch als aromagebende Zutat in würzigen Broten. Und winterlich wärmende Kräutertees sind ohne Anis kaum denkbar.
15.10.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


