Piment
Piment (Pimenta dioica) gehört botanisch betrachtet wie der Nelkenbaum zu den Myrtengewächsen(Myrtaceae). Oft wird er auch als Nelkenpfeffer bezeichnet.
Der Pimentbaum erreicht eine Höhe von bis zu 13 Metern und wird weit über 100 Jahre alt. Er ist in den tropischen Gebieten Mittelamerikas beheimatet und kann auch nur dort innerhalb dieser eingegrenzten Vegetationsbedingungen kultiviert werden. Die Hautpanbaugebiete liegen heute auf Jamaika, in Guatemala, Honduras, Mexiko und Brasilien. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gewürzen, kennt man den Piment in Europa erst seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert. Die Spanier trieben den Anbau in den amerikanischen Eroberungsgebieten rasch voran, um den profitablen Handel mit dem Gewürz in Europa auszubauen. Allerdings unterlief den Spaniern damals ein botanischer Irrtum, hielten sie doch den Pimentbaum für eine Spielart des Pfefferstrauchs (Pimienta, spanisch: Pfeffer). Piment bekommt man im Handel entweder als ganze Körner oder gemahlen in biologischer Qualität. Die „Körner“ sind die Beerenfrüchte des Pimentbaumes, die kurz vor der Vollreife geerntet und etwa zehn Tage in der Sonne getrocknet und anschließend von ihren Stielen befreit werden. Reife Pimentbeeren haben ihr charakteristisches Aroma nahezu verloren, weshalb die Bestimmung des richtigen Erntezeitpunktes einen großen Einfluss auf die Qualität des Gewürzes nimmt. In den Anbaugebieten des Pimentbaumes verwendet man auch die frischen Blätter (Westindischer Lorbeer) zum Kochen oder zum Räuchern von Speisen.Den Piment umgibt ein sehr charakteristischer Duft aus einer Mischung von Nelken, Muskat und Zimt. In England trägt der Piment daher wohl den Namen Allspice (etwa: Allgewürz). Piment schmeckt nelkenähnlich mit leichter Pfefferschärfe. Gebäck, Suppen, Soßen, Fisch- und Fleischgerichte (insbesondere Kalb) können mit Piment gewürzt werden. Auch mit Kohlgerichten harmoniert er. Die ganzen Körner eignen sich sehr gut für Beizen und Marinaden.
15.10.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


