Trend zum Genuss
Essen mit allen Sinnen – unter diesem Motto frönen immer mehr Menschen dem Genuss von Lebensmitteln. Die Gourmet-Gesinnung steht als Gegentrend zur Fast-Food-Mentalität.
Ein Trend provoziert einen Gegentrend: Neben der Schnelligkeit des Alltags wird die Gemütlichkeit in der Freizeit ausgiebig zelebriert. Das spiegelt sich auch in den Konsumgewohnheiten wider.Sensual Food – Essen mit Genuss
Fast Food und Convenience-Produkte prägen die Ernährung im Arbeitsstress. Umso öfter wollen die Österreicher das Essen in ihrer Freizeit genießen. „Sensual Food“ heißt der Trend zum Genuss, der den Sünden der industriellen Nahrungsmittelproduktion den Kampf ansagt. Nicht die standardisierten Produkte sind gefragt, vielmehr sehen sich Feinschmecker auf der ständigen Suche nach dem ultimativen Kick am Gaumen. Da wird über Gewürzmischungen diskutiert, über die ideale Weinbegleitung gefachsimpelt und über Einkaufstipps gesprochen.
Gutes Geschäft
Mit dem Trend zum Genuss sind auch Handel, Gastronomie und Industrie im wahrsten Sinn des Wortes „auf den Geschmack gekommen“. Supermärkte bauen ihre Feinkostabteilungen aus, kleine Spezialitätengeschäfte erfreuen sich großer Beliebtheit, Restaurants punkten mit Gourmetmenüs und die Nahrungsmittelkonzerne sind in ihren Sensoriklabors dem „richtigen“ Geschmack auf der Spur.
Renaissance des Kochens
Ganz im Sinne von „Sensual Food“ liegen auch die diversen Kochsendungen weiterhin hoch im Kurs. Mit Fernsehköchen von Alfred Biolek bis Jamie Oliver werden die unterschiedlichsten Zielgruppen angesprochen und die Kochlust mit sinniger Gemütlichkeit oder erfrischender, unkomplizierter Küche zelebriert. Kochbücher gelten nicht mehr als unliebsames Geschenk, sondern bereichern das Wissen der Feinschmecker um eine weitere Nuance. Und sogar Kochkurse haben Hochkonjunktur bei Alt und Jung.
Leistbarer Genuss
Genuss soll keinesfalls vom Alter oder dem Einkommen abhängig sein. Schließlich, so die Vertreter des genussvollen Essens, seien qualitätsvolle Lebensmittel nicht teurer, als Fertiggerichte, Fast-Food oder die Pizza in der Hauszustellung. Dass es aber natürlich auch unter den Gourmets zu übertriebenen Vorlieben kommen kann, musste schon Asterix im Alten Rom erkennen: Die süffisante Darstellung der Genusssucht mit „Nachtigallenzungen aus Nordgallien“ und „Krabbenzahnfleisch aus der Mongolei“ (aus „Asterix als Gladiator“) überzeichnet, was „Sensual Food“ keinesfalls sein will: Dekadent.
15.10.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


