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Reis
Foto: Wikimedia Commons

Reis

Älteste Funde von Reisüberresten datieren auf 8000 v. Christus. Um etwa 400 v.Chr. breitete sich der Reis als Kulturpflanze in das Zweistromland aus, und gelangte mit den Feldzügen der Mauren nach Europa. Von dort aus exportierten die Spanier den Reisanbau gegen Ende des nach Amerika.

Reisanbau
In den kleinen unscheinbaren Reiskörnern steckt eine kaum vorstellbare Kraft: Aus einem einzigen Saatkorn werden bis zu 3000 Reiskörner. 80% des weltweiten Reisanbaus wird im Nassreisverfahren bewerkstelligt. Eine Anbaumethode, die nicht unumstritten ist, da wissenschaftliche Untersuchungen etwa 17% des globalen Methangasausstoßes dem Reisanbau zuschreiben. Das Unterwassersetzen der Felder bietet methangaserzeugenden Bakterien ein optimales Wachstumsmilieu und fördert so die Entstehung des treibhauswirksamen Gases. Darüber hinaus hat der Nassreisanbau in einigen Landschaften Chinas bereits zu einer dramatischen Absenkung des Grundwasserspiegels geführt. Um ein Kilogramm Reis zu ernten, werden etwa 5000 Liter Wasser benötigt.
Je nach Reissorte, Anbauart und Anbaugebiet werden im Verlauf eines Jahres zwischen ein und drei Ernten eingefahren. Reis ist ursprünglich keine Wasserpflanze, sondern ist durch Zucht und Selektion an die Überflutung der Felder angepasst worden. Unkräuter und bodennahe Schädlinge werden so am Wachstum gehindert: Dies ist der ursächliche Grund für den Wassereinsatz im Reisanbau. Trockenphasen zwischen den Anbauzyklen können diese Problematik etwas entschärfen.

Reissorten
Die Unterscheidung der im Handel erhältlichen Reissorten ist für KonsumentInnen nicht immer leicht. Prinzipiell lässt sich Reis wie folgt unterscheiden:

·         Nach der Beschaffenheit der Körner: Langkorn-, Mittelkorn und Rundkornreis
·         Nach der Verarbeitungsmethode: Braunreis (Naturreis), Weißreis, Parboiled- und Schnellkochreis
·         Nach der Herkunft 

Nahezu alle Reissorten sind in Bio-Qualität erhältlich. Weltweit sind 8000 Reissorten bekannt, doch die wenigsten von ihnen kommen außerhalb von Sortenerhaltungsprogrammen zum Einsatz. Auf dem Teller der KonsumentInnen landen vor allem weißer Reis, Naturreis, Basmati oder Parboild-Reis.

Roter und Schwarzer Reis
Roter Reisist ein Mittelkornreis, der ursprünglich aus Indien stammt und dessen rote Außenhaut namensgebend ist (analog dazu verfügt Schwarzer Reis über eine schwarze Außenhaut). Er ist wie Schwarzer Reis ungeschliffen. Roter Reis wird in der Camargue (Frankreich) in Bio-Qualität angebaut, das Hauptanbaugebiet für kontrolliert- biologischen Schwarzen Reis liegt in Thailand.

Basmati-, Vollkorn-, Wildreis
Der beliebte Basmati-Reis ist ein qualitativ besonders hochwertiger Langkornreis, der sehr aromatisch schmeckt und dessen Geruch ein wenig an den Jasmin erinnert. Die besten Bio-Qualitäten des Basmati-Reis kommen aus Indien.
Vollkornreis (oft auch als Naturreis bezeichnet) ist Braunreis, eine Reissorte, deren Körner zwar von den Spelzen befreit sind, die aber noch von der Silberhaut umgeben sind. Braunreis hat längere Kochzeiten als geschliffener Reis.
Bei Wildreis (Zizánia aquática L.) handelt es sich botanisch gesehen nicht um Reis, sondern um ein Sumpfgras. Wildreis wurde einst von den indianischen Ureinwohnern als Wildkraut geerntet und wird heute vor allem in Kanada und in den USA als Kultursorte angebaut. Frisch geernteter Wildreis ist grün und muss mittels eines speziellen Dörrverfahrens haltbar gemacht werden. Das Dörren bewirkt die braunschwarze Färbung der Körner und verleiht dem Wildreis sein typisch nussartiges Aroma. Als geschmackgebende Komponente wird Wildreis in Mischungen mit Weißreis angeboten. Wildreis ist im Unterschied zu den
echten Reissorten für eine glutenfreie Ernährung nicht geeignet.
Schnellkochreis (Kochbeutelreis) ist vorgekochter und anschließend wieder getrockneter Reis. Mit Hilfe dieses Verfahrens erreicht man, dass der Schnellkochreis nur wenige Minuten braucht, bis er zum Verzehr geeignet ist.
Parboiled-Reis geht aus einem speziell entwickelten Verfahren hervor. Während einer Druck- und Dampfbehandlung wird die Kornoberfläche des zuvor weiß polierten Reis versiegelt. Vitamine und Mineralstoffe wandern so ins Korninnere und bleiben erhalten.

Reisprodukte
So vielseitig wie Reis als Beilage zu unterschiedlichsten Gerichten ausgewählt werden kann, so zahlreich sind auch die unterschiedlichen Produkte, die sich aus ihm herstellen lassen. Reiswaffeln und Reiscracker werden aus ungeschältem Rundkornreis in speziellen Waffeleisen gebacken. Je nach Sorte gibt es sie mit süßem oder pikantem Geschmack. Die Palette reicht von Schokowaffeln über Sesam- bis hin zu Käsecrackern. Die knusprigen Scheiben sind kalorienarm und stellen pikant oder süß belegt eine vollwertige Zwischenmahlzeit dar. 
 
Reiswein und Reisessig - Der Reiswein trägt je nach Region und Herstellungsverfahren unterschiedliche Namen. Die japanische Variante Sake wird aus Reis, Wasser, Malz und Hefe gebraut. Reiswein ist eine beliebte Zutat vieler Cocktails und wird in China und Japan traditionell heiß aus kleinen Porzellanschalen genossen.
Reiswein stellt gleichzeitig die Grundlage für den in der Sushiküche oft verwendeten Reisessig dar. Reisessig ist sehr mild, da er für gewöhnlich weniger Säure als europäische Essigsorten enthält.
 
Reismehl, Reisnudeln und Reispapier - Reismehl ist gemahlener Reis. Einige Naturkostfachgeschäfte bieten das Service an, Reis in ihren Getreidemühlen vor Ort frisch zu mahlen. Reismehl kann zum Abbinden von Suppen und Saucen verwendet werden und dient als Grundlage für Reisnudeln und Reispapier.
Die sehr feinen Reisnudeln schmecken besonders gut als gebratene Beilage zu asiatischen Gerichten. Das hauchdünne, essbare Reispapier ist heute mehr und mehr als umweltfreundliches Verpackungsmaterial in Verwendung. Kreative Köche benutzen Reispapier als Hülle für asiatische Appetithappen oder als Mantel für frittiertes Gemüse - ein Klassiker: Die Frühlingsrolle.  

Reismilch - Zur Herstellung von Reismilch werden Reiskörner zu sehr feinem Mehl gemahlen, anschließend mit Wasser gekocht und dann fermentiert und gefiltert. Reismilch wird als Mix mit Früchten oder Säften als Reisdrink im Handel angeboten und dient leicht gekühlt als erfrischendes Getränk. 

19.10.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit