Dinkel
Dinkel erlebt seit einigen Jahren in der heimischen Küche eine Renaissance, und mit ihm Grünkern.
Dinkel (Triticum spelta) gehört wie alle Getreidearten zu den Gräsern (Poaceae) und zählt im engeren Sinne zu den Weizenarten. Er wird oft auch als Urgetreide bezeichnet und gilt als der Vorläufer des Weizens. In historischen Siedlungen des Kaukasus fand man Reste von Dinkelähren, die Archäologen der Zeit um 5000 v.Chr. zuordnen konnten.Grünkern
Grünkern ist nichts anderes als vor der Vollreife geerntete Dinkel: Die Körner sind noch saftig und weich. Damit Grünkern hart und mahlfähig wird, müssen die Körner in einer Trocknungsanlage bei etwa 120°C getrocknet werden. Dinkel benötigte in seiner ursprünglichen Region lang zur Reife und wurde erst spät im Sommer - zu einer Zeit, wo das Klima schon ungünstig ist - geerntet. Glaubt man der Überlieferung, so waren mehrere Dinkel-Missernten hintereinander dafür verantwortlich, dass der Dinkel im Angesicht einer drohenden Hungersnot vor der Reife geerntet und getrocknet wurde: Grünkern war entstanden. Da die getrockneten Körner gut schmeckten, entwickelte sich die Tradition, einen Teil des Dinkels als Grünkern zu ernten.
Dinkel in der Bio-Landwirtschaft
Dinkel ist eine Getreideart, die mit den Grundsätzen des biologischen Landbaus besonders gut harmoniert. Als wiederentdeckte „alte Sorte“, die auch widrigen Standortansprüchen genügt und gegen Krankheiten und Schädlinge resistenter ist als z.B. Weizen, ergänzt Dinkel die Fruchtvielfalt des Bio-Landbaus. Mit der Renaissance des Grünkern für die heimische Küche, wurde diese unreife Variante des Dinkels auch wieder in das Repertoire des Bio-Landbaus aufgenommen.
19.10.2009, Lebensministerium Öffentlichkeitsarbeit


